Die häufigste Frage vor einem Krimidinner ist nicht „wer ist der Mörder?", sondern „muss ich mich verkleiden?". Dieser Guide zu Krimidinner-Kostümen beantwortet das entlang von drei Stufen – von der fertigen Charakterfigur, die ohnehin schon auf dem Tisch steht, bis zum vollen Kostüm für alle mit Lust auf mehr.
Drei Stufen – von null Aufwand bis Vollkostüm:
| Stufe | Was ihr braucht | Ideal für |
|---|---|---|
| 1 · Die Charakterfigur nutzen | nichts – steckt schon im Spiel | ganz spontan, kein Aufwand |
| 2 · Alltagskleidung + kleines DIY | Kleiderschrank + etwas Bastelei | ein bisschen Vorlauf |
| 3 · Historisch akkurates Kostüm | geplant, mit Budget | wer sich reinhängen will |
Muss man sich beim Krimidinner verkleiden?
Nein – ein Krimidinner funktioniert komplett ohne Verkleidung. Die Geschichte, die Charaktere und der Spielablauf laufen unabhängig davon, ob jemand einen Hut trägt oder nicht. Verkleidung ist Kür, kein Muss.
Dazu kommt ein Detail, das euch die Entscheidung abnimmt: Auf allen Charaktermaterialien – bei der Rollenauswahl und auf dem Namensaufsteller am Platz – ist die Figur bereits handillustriert. Ihr seht also, wie euer Charakter aussieht, und habt vom ersten Moment an ein Kostümbild vor euch, auch wenn ihr in Alltagskleidung am Tisch sitzt. Wer Lust hat, schlüpft zusätzlich in die passende Verkleidung; wer nicht, ist trotzdem sichtbar in seiner Rolle.
Verkleidung hat aber eine Funktion, die man unterschätzt: Sie hilft, in die Rolle zu kommen. Wer einen Hut aufsetzt oder einen passenden Schal umbindet, spielt oft bewusster mit. Kein Muss – aber ein echter Unterschied.
Die drei Verkleidungs-Stufen
Verkleidung beim Krimidinner läuft in drei Stufen, und schon Stufe 1 ist ohne jeden Aufwand erledigt. Ihr müsst euch nicht für eine Stufe entscheiden – jede Person am Tisch kann eine andere wählen.
Stufe 1: Die Charakterfigur nutzen (kein Aufwand). Der einfachste Weg steckt schon im Spiel. Auf dem Namensaufsteller ist eure Figur illustriert – stellt ihn an euren Platz, und ihr seid sichtbar in eurer Rolle, ohne etwas anzuziehen. Wer mag, ergänzt ein einzelnes Accessoire zur Wiedererkennung: eine Brille, einen Hut, ein Tuch.
Stufe 2: Alltagskleidung plus kleines DIY (Kleiderschrank + Bastelei). Schaut, was ihr zu Hause habt, und kombiniert es zum Setting. Beim viktorianischen Schiffbrüchigen etwa ist ein weißes Hemd mit Kragen schon die halbe Miete, dazu eine dunkle Hose oder ein langer Rock. Ergänzt eine kleine Bastelei: ein aus Pappe gerollter Zylinder, eine Lorgnette aus Draht, weiße Handschuhe. Ihr kauft nichts, ihr kombiniert und bastelt.
Stufe 3: Das historisch akkurate Kostüm (geplant, mit Budget). Für alle, die sich richtig reinhängen wollen. Historische Kostüme lassen sich günstig im Theaterfundus, in Second-Hand-Läden oder online mieten. Ein Tipp: Sprecht das vorher als Gruppe ab. Wer allein im Vollkostüm neben Alltagsoutfits sitzt, fühlt sich schnell unwohl – und umgekehrt.
Die 1-Accessoire-Regel
Ein einzelnes, prägnantes Detail wirkt oft mehr als ein halbes Gesamtkostüm – weil es den ganzen Abend sichtbar ist und jede Szene begleitet:
- Ein Accessoire: Hut, Brille, Krawatte, Schmuck, Schal
- Farbe passend zur Rolle
- Ein Requisit: Notizbuch, Spazierstock, Handschuhe
- Die Frisur: hochgesteckt, streng oder wild fällt sofort auf
Ein komplettes Kostüm ist genauso willkommen – nur sollte es bequem genug sein, dass es nicht nach zwanzig Minuten auf der Stuhllehne landet.
Kostüm-Ideen zu den Charakteren des Schiffbrüchigen
Wer einen konkreten Ausgangspunkt sucht, findet ihn in den Charakteren selbst: Zu jeder Rolle gibt es im Charaktersheet einen kurzen Verkleidungsvorschlag. Am Beispiel von Der Tod des Schiffbrüchigen (viktorianisch, 1857) sehen die sieben Verdächtigen so aus:
- John, der Erste Steuermann: typische Seemannskleidung mit Matrosenkragen und drei weißen Streifen – britische Seemannstradition.
- Sam, der Schiffsjunge: einfache, abgetragene Kleidung, unauffällig und praktisch.
- Clara, die Kapitänsfrau: elegant gekleidet wie eine Dame ihres Standes – mit einem Häubchen, das sie nie abnimmt.
- Lady Winterbuttom, die Witwe: opulent und alles andere als dezent – hier darf der Luxus deutlich sichtbar sein.
- Lord Hardford: gekleidet wie ein englischer Edelmann, mit einem Spazierstock als markantem Requisit.
- Augusta, die Forscherin: keine Kleider, sondern Hose, Hemd mit Weste, Tropenhelm – und eine Machete als Requisit.
- Der Inselbewohner: verwildert, mit langen Haaren, struppigem Bart und Ketten aus Tierknochen.
Diese Beschreibungen zeigen, wie konkret ein Kostüm werden kann, ohne kompliziert zu sein: Für den Steuermann reicht ein gestreiftes Oberteil, für die Forscherin ein Hut und eine Weste. Ein einzelnes Erkennungsmerkmal pro Rolle genügt.
Wie das in echt aussieht, seht ihr in unserem Reel „Treffe die Charaktere" – die Verdächtigen des Schiffbrüchigen auf Stufe 2, also mit Alltagskleidung plus kleiner Bastelei:
Verkleidung nach Setting
Welche Verkleidung passt, hängt vom Setting des Spiels ab. Aktuell spielt das viktorianische Setting von Der Tod des Schiffbrüchigen (1857): weiße Hemden, Kragen, dunkle Stoffe, dazu Accessoires wie Zylinder (auch aus Pappe), Lorgnette oder weiße Handschuhe. Das lässt sich fast immer aus vorhandenen Kleidungsstücken zusammenstellen.
Zwei weitere Krimidinner mit ganz eigenen Kostüm-Welten kommen im Herbst 2026: Der Tod des Samurai (feudales Japan, Kirschblütenfest) und Der Tod in der Zombie-WG (1998, schwäbischer Vorort). Auf den Namensaufstellern steckt die illustrierte Figur schon – ein Vorgeschmack:



Ein Unterschied noch zwischen Krimidinner und Detektivspiel: Beim Krimidinner schlüpft ihr in einen festen Charakter, deshalb gibt es rollenspezifische Kostüme. Die Detektivspiele Tod im Wikingerdorf und Tod in der Wandermenagerie sind kein Rollenspiel: Dort ermittelt ihr als Team im selben Fall, ohne eine bestimmte Figur zu verkörpern. Rollenkostüme gibt es dafür also nicht – aber wer mag, kann sich trotzdem passend zur Epoche oder als Detektiv:in kleiden. Die Verkleidung ist dann Stimmung, nicht Rolle.
Verkleidung als Teil des Abends
Richtig eingesetzt wird ein Kostüm zum Auftakt des Abends. Drei Kniffe aus echten Spielrunden machen daraus einen Moment:
Charaktere vorher verschicken. Wenn Zeit ist, schickt die Spielleitung die Charaktersheets ein paar Tage vorher digital. Dort steht der kurze Verkleidungsvorschlag, die wichtigsten Infos zur eigenen Rolle und was man über die anderen weiß. So können sich alle in ihre Figur einfühlen – und überlegen sich von selbst, was sie anziehen.
Den Reveal inszenieren. Sich fertig zu machen und dann gemeinsam aufzutauchen ist ein eigener Spaß. Als Familie etwa macht sich jede Person in einem anderen Zimmer zurecht, und dann kommen alle zum gemeinsamen Reveal heraus. Oder ihr empfangt neu ankommende Gäste zusammen – jeder Auftritt wird so zum kleinen Ereignis.
Beim Charakternamen bleiben. Ab dem Moment, in dem alle in ihrer Rolle sind, hilft es, sich gegenseitig mit dem Charakternamen anzusprechen. Das bringt schneller in die Rolle – und sorgt für die lustigsten Momente des Abends.
Bei Morty's Mysteries steckt zu jedem Charakter ein kurzer Verkleidungsvorschlag im Sheet – plus die handillustrierte Figur auf dem Namensaufsteller. Ihr müsst nichts recherchieren, um zu wissen, wie eure Rolle aussieht.
Häufige Fragen zu Krimidinner-Kostümen
Nein. Das Spiel funktioniert komplett ohne Verkleidung. Auf dem Namensaufsteller ist die Figur ohnehin illustriert, ihr seid also auch ohne Kostüm sichtbar in eurer Rolle. Verkleidung ist Kür.
Auf allen Charaktermaterialien und dem Namensaufsteller ist die Figur handillustriert. Zusätzlich steht im Charaktersheet ein kurzer Verkleidungsvorschlag – beim Schiffbrüchigen zum Beispiel ein Matrosenkragen mit drei Streifen für den Steuermann.
Wenn Zeit ist, ein paar Tage vorher digital. Dann können sich alle in ihre Rolle einfühlen und sich passend verkleiden. Zu früh und es gerät in Vergessenheit, zu spät und es bleibt keine Zeit – ein paar Tage sind ein guter Richtwert.
Das ist kein Problem: Vom reinen Namensaufsteller bis zum Vollkostüm passt alles an einen Tisch. Am angenehmsten ist es, wenn die Spielleitung vorher kurz sagt, welche Stufe angepeilt ist – dann kommt niemand über- oder unterverkleidet an.
Rollenspezifische Kostüme nicht – Tod im Wikingerdorf und Tod in der Wandermenagerie sind Detektivspiele ohne Rollenspiel, ihr ermittelt als Team, statt eine bestimmte Figur zu verkörpern. Wer mag, kann sich aber trotzdem passend zur Epoche oder als Detektiv:in kleiden. Feste Charakterkostüme wie beim Krimidinner gibt es dabei nicht.